Neben der Vereinstätigkeit gibt es ja immer wieder Themen die die Anwohner in Melchendorf bewegen. Diese sollen hier dokumentiert werden. Dazu würden wir uns feuen, wenn wir Inspirationen dazu vorzüglich über E-Mail aber auch über andere Wege erhalten.
Was uns bewegt
Verlegung Glasfaserkabel im Schulzenweg
Seit einem Jahr wird im Schulzenweg und anschließenden Straßen das Glasfaserkabel verlegt. Hier kam es zu einem Baustopp, weil ein Subunternehmen die Arbeiten einstellte. Die Anwohner wurden über Maßen von den Bauarbeiten bzw. von den Absperrungen eingeschränkt. Laut Leistungsbescheid bezahlte Straßenreinigungen fanden kaum bzw. gar nicht statt. Derzeitig sind die Arbeiten noch nicht fertiggestellt. Allerdings ist positiv zu bewerten, dass die Bürgersteige bis dato erneuert wurden. Hier kommt natürlich hier und da Unverständnis auf, weil stellenweise stark ramponierte Straßenbegrenzungssteine nicht mit erneuert werden. Es sind nur wenige, an vereinzelten Stellen. Doch Versuche, die Stadt dazu zu bewegen, diese im Rahmen der Arbeiten mit zu erneuern, schlugen fehl.
Hier mal ein Auszug der Konversation:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
im Schulzenweg stehen die Arbeiten zum Verlegen der Glasfaserleitungen und damit verbunden der Erneuerung des Bürgersteiges kurz vor der Vollendung. Dahingehend ist allerdings nicht nachzuvollziehen, dass in diesem Zuge zerstörte Straßenkantensteine nicht mit ausgebessert werden. Dies wird besonders vor den Hausnummern 30, 32, 32a deutlich. Das sieht nicht nur unschön aus. In Schilda wäre das bestimmt Normalität. Sie werden gebeten, diesen Umstand zu prüfen und gegebenenfalls kurzfristig eine Veränderung herbeizuführen.“
„Sehr geehrter Herr …,
vielen Dank für Ihre Nachricht und die darin enthaltenen Informationen.
Hierzu möchte ich Ihnen nachfolgende Rückmeldung übermitteln.
Die uneingeschränkte Funktionalität von Verkehrsanlagen unterliegt entsprechenden Richtlinien. Die Verkehrsanlage GB Schulzenweg wurde im Zuge der aktuell laufenden BM größtenteils mit einer neuen Oberflächeversehen, und somit auch optisch einer Verbesserung zugeführt. Natürlich stimme ich Ihnen, mit Blick auf die Schönheit der Verkehrsanlage im Punkt „unschöne Bordanlage“ zu. Abschließend kann ich Ihnen sagen, dass eine Erneuerung der Bordanlage Schulzenweg im Zuge des Breitbandausbaues nicht vorgesehen ist.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.“
Das Projekt Neue Mitte Süd-Ost
Aussage TA 19.08.2025:
Drei Stadtteile aus dem Erfurter Südosten begrüßen den Siegerentwurf zum Stadtumbau. Der vierte Stadtteil ist aber strikt dagegen.
Der Ortsteilrat vom Herrenberg votierte mit nur einer Ja-Stimme, sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung gegen das Projekt in dieser aufwendigen Form. „Die Straßenbrücke und die Kranichfelder Straße müssen neu gemacht werden: Das ist es, was wir brauchen“, meinte Ortsteilbürgermeister Hans-Jürgen Czentarra.
Czentarra befürchtete ein „totales Chaos“ bei der Umsetzung und Finanzierung. Er und weitere Ortsteilmitglieder warnten vor dem Abschneiden wichtiger Verkehrsbeziehungen während der Bauarbeiten, kritisierten die gewaltigen Erdbewegungen, das Fällen von etwa 100 Bäumen und bezweifelten die Aufenthaltsqualität auf dem von der Sonne beschienenen Höhenweg. „Erfurt wird sich die Zähne ausbeißen“, sagte Czentarra.
Überwiegend positiv begleiten die anderen drei Ortsteilräte die Neue Mitte. „Es ist ein schönes Projekt, das die Ortsteile aufwerten kann und die Stadtteile verbindet“, meinte etwa Manuela Klein, die Ortsteilbürgermeisterin vom Wiesenhügel. „Es ist unsere Aufgabe, die Freiräume zu gestalten und dabei auch die jungen Leute mitzunehmen.“
Für den Südosten sei das Modellprojekt „ein Geschenk“, fand auch Anne-Kathrin Wolff-Hölbe, die Ortsteilbürgermeisterin von Melchendorf. Sie warnte aber davor, die Kritik aus den Ortsteilen einfach wegzuwischen. Die Bäume zum Beispiel seien sehr wichtig.
Bei aller Würdigung wurden auch in den drei zuversichtlich gestimmten Ortsteilräten Fragen und Anmerkungen laut. Fragen betrafen zum Beispiel die Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit des neuen Kreisverkehrs, die Anbindung insbesondere des Wiesenhügels während der Baumaßnahmen und die Belastungen durch mögliche Umleitungen, den fehlenden Schatten auf dem Höhenweg, einen „Plan B“ bei einer scheiternden Finanzierung und selbst die Frage, ob sich angesichts wegsterbender Gastronomie ein Pächter für das unterhalb des Terrassenhauses geplante Café finden werde.
Dezernent Bärwolff räumte schließlich auch eine Achillesferse der Stadtverwaltung ein: das fehlende Personal. In einem Brief an den Oberbürgermeister habe er gerade erst selbst darauf hingewiesen, dass es nichts bringe, „sich auf Förderprogramme zu bewerben, die wir dann nicht umsetzen können.“
Was denken wir darüber?
Alle, aber ausschließlich alle mit denen darüber gesprochen wurde, unterstützten die Aussage des Herrn Czentarra. Im Resümee wird dieses Projekt als sinnlos und geldverschwenderisch betrachtet. Es war mal mit 50 Mill. Euro angesetzt. Jetzt sind wir schon bei über 80 Mill. Euro.
Grundsätzlich wird dem Projekt, insbesondere unter der Beachtung der sozialen Strukturen auf dem Wiesenhügel und Herrenberg keine Zukunftsfähigkeit eingeräumt. Eine durchaus durchdachte Verkehrsführung soll einem Hirngespinst weichen. Der geplante, zehn Meter hohe Fußgänger-Höhenweg (der sogenannte "Stadtbalkon") sowie die Terrassenhäuser werden an dem tatsächlichen Bedarf vorbeigeplant gesehen. Die Aussage zur nicht durchführbaren Brückensanierung wird als Ausrede gesehen. Allerdings kommen auch Vorschläge, um die Sanierungskosten der Stadt zu reduzieren. So vertreten fast alle Befragten die Auffassung, dass jeweils ein Fahrstreifen in jede Fahrtrichtung ausreichend sei.